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BERLIN
23 SEP—20 OCT

Jenna Sutela

FI

Milky Ways (2022)

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4K-Video, Sound ● Dauer: 6’58’’ ● Eine Zusammenarbeit von Jenna Sutela und Primer ● Zusammen in Auftrag gegeben von der Schering Stiftung und Screen City Biennial ● Ort: Schering Stiftung (Unter den Linden 32-34, 10117 Berlin) ● Jenna Sutela, Milky Ways (2022). Videostandbild. Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin.

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In gewisser Weise sind wir alle miteinander verbundene aquatische Umgebungen, Reservoirs dessen, was als „Hypermeer“ bezeichnet werden kann. Wie die Geolog*innen Mark und Dianna McMenamin postuliert haben, sind terrestrische Organismen darüber verbunden, dass ihre Körperflüssigkeiten sich vermischen und diese Verbindung ein Meer formt, durch das sich andere Organismen und Nährstoffe bewegen können.

Die wissenschaftliche und poetische audiovisuelle Erforschung Milky Ways (2022) der Künstlerin Jenna Sutela nimmt die*den Betrachter*in mit auf eine Reise durch einen künstlichen Darm (ein sogenannter Simulator of Human Intestinal Microbial Ecosystem oder SHIME), der mit menschlicher Milch gefüttert wurde. Die Arbeit befasst sich mit jüngsten Studien über Zucker in der Milch (Human Milk Oligosaccharides), die mit Darmbakterien interagieren und ein psychobiotisches Potenzial aufweisen.

Laut Sutela erweitert unsere mikrobielle Kultur nicht nur die Möglichkeiten unseres Bewusstseins, sondern macht uns auch interplanetar. In Milky Ways ist die sich verändernde Landschaft der Brust-Darm-Hirn-Achse mit vielen Schichten durchzogen, von Strömen aus zellgezüchteter Milch bis hin zu einer Galaxie aus Sternen. Die Geschichte der Biomimetik entfaltet sich über das Werk hinweg in Formen des Fließens und als ein Lied, das sich auf die Umgebung einstimmt.

Milky Ways wird im Rahmen der Einzelausstellung der Künstlerin Stellar Nursery in der Schering Stiftung (Berlin) präsentiert. Die Produktion von Milky Ways wurde vom Finnish Cultural Institute in Dänemark, Nordic Cultural Foundation, Bikuben Foundation, Danish Arts Council, Frame Finland und Obelske Family Foundation gefördert.

Labor: Mani Arumugam’s Microbiome Systems Biology Group beim Novo Nordisk Foundation Center for Basic Metabolic Research in Kopenhagen, unter der Leitung von Thiyagarajan Gnanasekaran und Qing Fang ● Kameraführung: Guston Sondin-Kung and Mikko Gaestel ● Flüssigkeitsprojektionen: Steve Pavlovsky ● Schnitt: Mikko Gaestel ● Stimme: Jessica Edwards ● Lied: Arjopa ● Tontechnik: Tim Roth ● Danksagungen: Adam Bencard, Fie Hillesø, Mandus Ridefelt, Vanda Skácalová und Elvia Wilk ● Finanzielle Unterstützung: Finnisches Kulturinstitut in Dänemark, Nordic Cultural Foundation, The Bikuben Foundation, The Danish Arts Council, Obelske Family Foundation.

Jenna Sutela

FI

Holobiont (2018)

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HD-Video, Sound ● Dauer: 10'27'' ● Ort: Archenhold-Sternwarte, Museum zur Himmelskunde ● Jenna Sutela, Holobiont (2018). Videostandbild. Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin.

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Holobiont befasst sich mit der Idee der verkörperten Kognition auf planetarischer Ebene, indem sie vom Makrokosmos des Weltraums in den Mikrokosmos der menschlichen Darmschleimhaut heranzoomt. Es dokumentiert Rituale der Europäischen Weltraumorganisation zum Schutz des Planeten und erforscht extremophile Bakterien in fermentierten Lebensmitteln als mögliche Verteiler von Leben zwischen verschiedenen Sternensystemen. Bacillus subtilis, das Nattō-Bakterium, spielt dabei eine Hauptrolle. Der Begriff „Holobiont“ steht für eine Einheit, die aus vielen Arten besteht, die in ihrer Ökologie und Evolution untrennbar miteinander verbunden sind.

Der Film wurde von der Kone Foundation gefördert und erweiterte eine Performance die 2017 für den Serpentine Marathon entwickelt wurde.

Jenna Sutela

Jenna Sutela ist eine finnische Künstlerin, die derzeit in Berlin lebt. Ihr audiovisuelles Werk und ihre Skulpturen und Performances versuchen soziale und materielle Momente zu identifizieren und darauf zu reagieren, oft in Beziehung zu Technologie. Sie ist bekannt für Experimente mit Mikroben und künstlichen neuralen Netzwerken. Sutelas Arbeiten wurden in einer Reihe internationaler Ausstellungsorte gezeigt, darunter Castello di Rivoli, Turin, Centre Pompidou, Paris, Kiasma Museum of Contemporary Art, Helsinki, Serpentine Galleries, London, Moderna Museet, Stockholm, der Shanghai Biennale und Liverpool Biennial. Sie war Gastkünstlerin beim The MIT Center for Art, Science & Technology (CAST) von 2019-21.

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