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MINDS

BERLIN
23 SEP—20 OCT

Patricia Domínguez

CL

Matrix Vegetal (2022)

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Ein-Kanal-4K-Video mit Sound, getrocknete Brugmansia-Blüten ● Dauer: 21'14'' ● In Auftrag gegeben von Screen City Biennial und gefördert von Cecilia Brunson Projects ● Ort: Archenhold-Sternwarte, Museum zur Himmelskunde ● Patricia Domínguez, Matrix Vegetal (2022), Produktionsbild ● Foto: Emilia Martín

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Patricia Domínguez' Matrix Vegetal entwuchs ihrer künstlerischen Interpretation von Lernprozessen in Madre de Dios (Peru) und ist eine filmische Auseinandersetzung mit experimenteller Ethnobotanik, südamerikanischem Quantendenken, Traumfiktion und organischen Verbindungstechnologien, die nach Möglichkeiten sucht, die pflanzliche und die spirituelle Welt besser wahrnehmbar zu machen.

Als Teil ihrer Recherchen für dieses Werk verbrachte die Künstlerin einen Monat als Schülerin bei dem Curandero Amador Aniceto, einem traditionellen Volksheiler, der in Madre de Dios lebt und praktiziert. Unter seiner Anleitung lernte Domínguez, wie man einen intimen Prozess der Verbindung mit der lebendigen, artenreichen Sprache und dem Wissen, das in der Pflanzenwelt zu finden ist, aktivieren kann. Um dies zu verwirklichen, arbeitete die Künstlerin daran, sich vorübergehend von der „digitalen Matrix“ zu lösen - ein Prozess, der Geduld und eine anhaltende Konzentration auf den gegenwärtigen Moment erforderte -, um eine Allianz mit Pflanzen und einer alternativen „pflanzlichen“ Matrix zu bilden. Dadurch stellte Domínguez eine Verbindung zu den mehr-als-menschlichen Sprachen der Erde her, und die daraus resultierende Arbeit öffnet spekulativ ein Portal zur Quantenwelt, das offenbart, wie Pflanzen und ihre vielfältigen Geister funktionieren könnten. Matrix Vegetal enthält auch ein Videointerview mit Amador Aniceto, in dem er seine persönliche Sichtweise und Erfahrung mit dieser Pflanzenwelt darlegt.

In der Archenhold-Sternwarte in Berlin befindet sich Matrix Vegetal im Museum zur Himmelskunde neben einem großen Eisenmeteoriten. Durch die Begegnung mit diesem kosmischen Objekt in seinem visuellen und konzeptionellen Dialog mit der Videoinstallation wird die*der Betrachter*in eingeladen, Fragen über außerirdisches Leben und pflanzlichen Verstand sowie spekulative Zukünfte im Zusammenhang mit der Pflanzenwelt zu erkunden. Die Besucher werden aufgefordert, diese alternativen Universen zu erspüren, indem sie ihre Augen schließen und den Meteoriten berühren.

 

 

Patricia Domínguez

Patricia Domínguez Claro (geb. 1984, Santiago, Chile) ist eine Künstlerin, Erzieherin und Verteidigerin des Lebendigen. In ihrer Praxis verbindet sie experimentelle Forschung zur Ethnobotanik, Heilpraktiken und Korporatisierung des Wohlbefindens. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Übertragung von Mustern der Extraktion und Überarbeitung aus der Kolonialzeit in das heutige neoliberale Zeitalter.

Ihre Werke wurden zuletzt ausgestellt bei unter anderem: Screen Series, New Museum, NY; Rooted Beings, Wellcome Collection, London (alle 2022); Gwangju Biennale, Südkorea; Transmediale, Berlin; La Casa Encendida, Madrid (alle 2021), How to Tread Lightly, Thyssen-Bornemisza Museum, Madrid; Madre Drone, CentroCentro, Madrid; Cosmic Tears, Yeh Art Gallery, New York (alle 2020); Green Irises, Gasworks, London; MOMENTA | Biennale de l’Image, Montreal; The Trouble is Staying, Meet Factory, Prag (alle 2019); What is going to happen is not “the future,” but what we are going to do, ARCOMadrid; Working for the Future Past, SEMA, Seoul (beide 2018). 

Zuletzt wirkte sie an Büchern mit wie Health (MIT Press/Whitechapel: Documents of Contemporary Art, 2020) und Season 1 für st_age von TBA21 (2020). Zu ihren letzten Auszeichnungen gehört das Beca Fundación Botín Stipendium (2022) und der SIMETRIA Preis, um einen Forschungsaufenthalt bei CERN, Schweiz (2021), absolvieren zu können. Derzeit ist sie Direktorin der experimentellen ethnobotanischen Plattform Studio Vegetalista.

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